Zwangserkrankungen

Zwangsgedanken beruhen auf einer psychischen Störung. Die Betroffenen leiden bei einer Zwangserkrankung unter einem inneren Drang bestimmte Sachen zu tun und zu denken. Sie erleben die Zwänge meist als übertriebene und sinnlose Handlungen und können sich alleine grundsätzlich nicht gegen diese Zwangsgedanken und -handlungen wehren.

Wie äußert sich eine Zwangserkrankung?

Ein bekannter Zwangsgedanke: Sorge um die Liebsten mit der Vorstellung, wie diese leiden.

Ein bekannter Zwangsgedanke: Sorge um die Liebsten mit der Vorstellung, wie diese leiden.

Zwangserkrankungen werden auch als Zwangsstörung, Zwnagsneurose oder als anankastische Neurose bezeichnet. Diese belasten die betroffenen Personen in ihrem alltäglichen Leben. Die Symptomatik äußert sich dabei sowohl in Zwangsgedanken als auch in Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind dabei immer wieder aufdrängende Gedankeninhalte, die die betroffene Person als unsinnig erkennt. Hierbei unterscheidet man zwischen Zwangsideen, Zwangsimpulse und dem Grübelzwang. Zu den häufigsten Zwangsideen gehört dabei die Befürchtung, dass einem geliebten Menschen etwas Schlimmes zustoßen könnte. Hingegen versteht man unter Zwangsimpulsen, dass die betroffene Person dem Impuls ausgesetzt ist bestimmte Handlungen auszuüben. Beim Grübelzwang gehen die Personen immer wieder bestimmte Gedankengänge durch. Dabei kommen sie zu keiner Entscheidung oder zu einer Lösung.
Unter Zwangshandlungen versteht man hingegen Handlungen, die gegen oder ohne den Willen ausgeführt werden. Dabei treten meist massive innere Spannungen und Ängste auf, wenn man versucht diese Handlungen zu unterlassen. Die Handlungen werden dabei ständig erneut ausgeführt, obwohl die betroffene Person diese als unsinnig empfindet.

Ist Tourette auch eine Zwangserkrankung?

Tourette ist eine Erkrankung, die sich nur durch Tics charakterisiert und häufig von Laien zu den Zwangserkrankungen gezählt wird. Dabei sind dies zwei völlig verschiedene Krankheiten.
Als Tic wird dabei die ungewollte, nicht oder nur schwer kontrollierbare Entladung einer Art inneren Drucks durch eine Bewegung oder eine Lautäußerung verstanden. Eine Zwangserkrankung kann zwar auch von Tics begleitet werden, das ist aber keinesfalls üblich. Bei Zwangsstörungen sind die Tics nämlich nicht die Krankheit, sondern lediglich ein Symptom.

Ursache, Häufigkeit, Verlauf und Folgen von Zwangsgedanken

Etwa 2,5 Prozent der Weltbevölkerung sind in ihrem Leben von Zwangsgedanken betroffen. Dabei leiden diese Personen im Durchschnitt ganze 17 Jahre unter dieser Erkrankung, bis eine Therapie zum Erfolg führt. Wie es zu solchen Zwngserkrankungen kommen kann, ist nicht eindeutig geklärt. Vieles spricht aber für eine genetische Veranlagerung. So sollen ein auffälliger Charakter und ein gestörter Hirnstoffwechsel für eine solche Erkrankung ursächlich sein. Die Veranlagung schlummert dabei von Geburt an im Körper der Person, bricht aber nicht bei jedem betroffenen Menschen aus.
Wenn die Zwangsgedanken nicht behandelt werden, führt dies im Verlauf der Erkrankung zu chronischen Zwängen. Diese sind besonders schwer zu behandeln und haben schwerwiegende Folgen für den Alltag der betroffenen Personen. Die Personen leiden an Gefühlen wie Schuld, Wertlosigkeit und Ablehnung. Darunter leiden besonders die sozialen Kontakte, die wichtig für jeden Menschen sind.

Wie behandelt man Zwangsgedanken?

Zwangsgedanken können medikamentös behandelt werden. Hierfür kommt der Einsatz von selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern in Frage. Dennoch muss gleichzeitig eine Psychoanalyse und eine Verhaltenstherapie stattfinden. Denn nur wenn der Auslöser ermittelt werden kann, ist eine Behandlung hilfreich. Daher ist eine Kombination für die betroffenen Personen unumgänglich, die einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

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